Primäre Ciliäre Dyskinesie (PCD)

Folgende Gene sind in unserem Panel zu PCD enthalten:

AGR2, CCDC39, CCDC40, CCDC65 (DRC2), CCNO, CFAP221, CFAP298 (C21orf59), CFAP300 (C11orf70), CFAP74, DNAAF1 (LRRC50), DNAAF11 (LRRC6), DNAAF19 (CCDC103), DNAAF2 (KTU), DNAAF3, DNAAF4 (DYX1C1), DNAAF5 (HEATR2), DNAAF6 (PIH1D3), DNAH11, DNAH5, DNAH9, DNAI1, DNAI2, DNAJB13 (RSPH16A), DNAL1, DRC1 (CCDC164), FOXJ1, GAS2L2, GAS8 (DRC4), HYDIN, LRRC56, MCIDAS, MNS1, NEK10, NME8 (TXNDC3), ODAD1 (CCDC114), ODAD2 (ARMC4), ODAD3 (CCDC151), ODAD4 (TTC25), OFD1, RPGR, RSPH1, RSPH3, RSPH4A, RSPH9, SCNN1A, SCNN1B, SCNN1G, SPAG1, SPEF2, STK36, TTC12, WFDC2, ZMYND10

Wichtige Links:

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Einzel vs. Trioanalysen

Unser Labor bietet neben der Einzelanalyse des Indexpatienten auch die Trioanalyse unter Einbeziehung beider Elternteile an.

Bei einer klar eingegrenzten klinischen Fragestellung und dem Verdacht auf ein bestimmtes Krankheitsbild kann die Einzelanalyse eine effiziente Untersuchungsmöglichkeit darstellen. Dies gilt auch für Fragestellungen zur Anlageträgerschaft.

Für die Interpretation bestimmter Varianten ist die Untersuchung der Eltern jedoch erforderlich. Im Rahmen einer Einzelanalyse lässt sich nicht feststellen, ob eine beim Indexpatienten nachgewiesene Variante von einem Elternteil vererbt wurde oder de novo entstanden ist. Diese Information kann für die Klassifikation der Variante relevant sein.

Werden in demselben Gen zwei heterozygote Varianten nachgewiesen, lässt sich ohne Untersuchung der Eltern außerdem meist nicht sicher beurteilen, ob sich die Varianten auf unterschiedlichen Allelen befinden. Damit kann eine mögliche compound-heterozygote Konstellation nicht eindeutig bewertet werden. In diesen Fällen ist eine Trioanalyse sinnvoll. Die Untersuchung beider Eltern kann zeigen, von welchem Elternteil die Varianten stammen und ob sie auf unterschiedlichen Allelen liegen.

Allgemeines

PCD ist eine angeborene Erkrankung der Atemwege. Betroffen sind bei diesen Erkrankungen die Zilien (feine Flimmerhärchen), die eine zentrale Rolle bei der Selbstreinigung der Atemwege spielen. Da sie mit einer dünnen Schleimschicht umgeben sind, bleiben eingeatmete Schmutzpartikel und Krankheitserreger stecken und werden durch die Bewegung der Zilien in Richtung Rachen transportiert, von wo sie heruntergeschluckt oder ausgehustet werden können.

Die Erkrankung zeigt sich durch eine angestrengte Atmung, anhaltender Husten und eine starke Absonderung von dünnflüssigem bis schleimigem Nasensekret. Zudem äußert sich PCD in Neugeborene durch wiederkehrende Mittelohrentzündungen und dem Austritt von Sekreten aus dem äußeren Gehörgang. Im Verlauf entwickelt sich ein chronischer Husten und häufige schwer verlaufende Atemwegsinfekte, bei denen Teile der Bronchien und schließlich der Lunge zerstört werden.

Die Prävalenz liegt schätzungsweise bei 1 – 44 von 100.000 Neugeborenen.

Genetische Ursachen

Genetische Abweichungen in einer Vielzahl an Genen, die mit Cilien assoziiert sind, können Ursachen der Erkrankung sein. Bisher sind Varianten in mehr als 50 Genen bekannt. 

Zu den häufigsten genetischen Ursachen gehören genetische Varianten in den Genen DNAI1 und DNAH5. Die beiden Gene sind mit den äußeren Dynein-Armen der Cilien aussoziiert. Als Motorprotein sind sie esentiell für die Beweglichkeit der Cilien. Genetische Defekte in den beiden oben genannten Genen kann in einem vollständigen Verlust oder Funktionsbeeinträchtigung der Cilien resultieren.

Aber auch andere Gene können an der Entstehung von PCD beteiligt sein. Dazu gehören unter anderem DNAAF1, DNAAF2, DNAAF3 und HYDIN.

Informationen zur Abdeckung

Wir streben an, bei 95 % der untersuchten Regionen eine Coverage von mindestens 20x zu erreichen. Aufgrund der unterschiedlichen und teilweise komplexen Beschaffenheit einzelner Regionen kann die Coverage in bestimmten Bereichen erfahrungsgemäß geringer ausfallen. Weitere Informationen zur Abdeckung und zu möglichen Einschränkungen finden Sie in den Tech Notes.