Genetisch bedingte Thrombozytendysfunktion
Folgende Gene sind in unserem Panel zur Thrombozytendysfunktion (Plättchendysfunktion) enthalten:
ABCC4, ABCG5, ABCG8, ACTB, ACTN1, ANKRD26, ANO6, AP3B1, AP3D1, ARPC1B, BLOC1S3, BLOC1S5, BLOC1S6, CDC42, CYCS, DIAPH1, DTNBP1, ERG, ETV6, FERMT3, FLI1, FLNA, FYB1, GATA1, GFI1B, GNE, GP1BA, GP1BB, GP6, GP9, HOXA11, HPS1, HPS3, HPS4, HPS5, HPS6, IKZF5, ITGA2B, ITGB3, KDSR, LYST, MECOM, MPIG6B, MPL, MYH9, NBEA, NBEAL2, P2RY12, PLA2G4A, PLAU, PTGS1, RASGRP2, RAP1B, RBM8A, RNU4ATAC, RUNX1, SLFN14, SRC, STIM1, STXBP2, TBXA2R, TBXAS1, THPO, TPM4, TUBB1, VIPAS39, VPS33B, VWF, WAS
Wichtige Links:
- Technote
- Einsendeschein
- Beispielbefund
Einzel vs. Trioanalysen
Unser Labor bietet neben der Einzelanalyse des Indexpatienten auch die Trioanalyse unter Einbeziehung beider Elternteile an.
Bei einer klar eingegrenzten klinischen Fragestellung und dem Verdacht auf ein bestimmtes Krankheitsbild kann die Einzelanalyse eine effiziente Untersuchungsmöglichkeit darstellen. Dies gilt auch für Fragestellungen zur Anlageträgerschaft.
Für die Interpretation bestimmter Varianten ist die Untersuchung der Eltern jedoch erforderlich. Im Rahmen einer Einzelanalyse lässt sich nicht feststellen, ob eine beim Indexpatienten nachgewiesene Variante von einem Elternteil vererbt wurde oder de novo entstanden ist. Diese Information kann für die Klassifikation der Variante relevant sein.
Werden in demselben Gen zwei heterozygote Varianten nachgewiesen, lässt sich ohne Untersuchung der Eltern außerdem meist nicht sicher beurteilen, ob sich die Varianten auf unterschiedlichen Allelen befinden. Damit kann eine mögliche compound-heterozygote Konstellation nicht eindeutig bewertet werden. In diesen Fällen ist eine Trioanalyse sinnvoll. Die Untersuchung beider Eltern kann zeigen, von welchem Elternteil die Varianten stammen und ob sie auf unterschiedlichen Allelen liegen.
Allgemeines
Thrombozyten, auch Blutplättchen genannt, sind die kleinsten Zellen des Blutes und spielen eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung. Es gibt drei Arten der Störung:
- Thrombozytopenie
Darunter versteht man einen krankhaften Mangel an Thrombozyten (ab einer Anzahl von unter 150.000 Thrombozyten / µl). Es kommt zu einer erhöhten Blutungsneigung. Bei stark erniedrigten Werten kann es auch zu spontanen Blutungen, wie Nasenbluten oder Bluterergüssen führen.
- Thrombozytose
Dieser Begriff bezeichnet eine erhöhte Konzentration der Blutplättchen im Blut mit Werten über 450.000 Thrombozyten / µl. Dabei besteht das Risiko einer arteriellen Thrombose (Bildung eines Blutgerinnsels in einer Schlagader; kann zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen)
- Thrombozytopathie
Hier ist die Thrombozytenkonzentration gar nicht oder nur geringfügig verändert, aber die Funktionalität der Plättchen ist gestört. Vor allem die Adhäsion und die Aggregation, die für einen Verschluss der Wunde relevant sind, sind bei dieser Erkrankung gestört.
Genetische Ursachen
Rund um das Thema Thrombozytendysfunktion gibt es eine Vielzahl von Erkrankungen. Nachfolgend finden Sie einige beispielhafte Krankheitsbilder mit Bezug zu dem hier angebotenen Genpanel:
Thrombozytopenie
- TAR-Syndrom (autosomal-rezessiv; durch Veränderung im RBM8A Gen)
- Wiskott-Aldrich-Syndrom (X-linked; Veränderung in WAS)
- May-Hegglin-Anomalie (autosomal-dominant; Veränderung in MYH9)
Bei all diesen Erkrankungen kommt es durch Veränderungen in der DNA zu einer verminderten Thrombozytenbildung.
Thrombozytose
Primäre Ursache kann die essentielle Thrombozythämie (Myeloproliferative Neoplasie) sein. Durch Veränderungen in bestimmten Genen kommt es so zu einer erhöhten Bildung von Thrombozyten.
Thrombozytopathie
Zu den erblich bedingten Formen der Erkrankungen zählen
- Bernard-Soulier-Syndrom (meist autosomal-rezessiv; Veränderungen in GP1BA, GP1BB, GP9)
- Glanzmann-Thrombasthenie (autosomal-rezessiv; Veränderungen in ITGA2B, ITGB3)
- Storage-pool-disease. Bei diesen Erkrankungen sind verschiedene relevante Mechanismen der Thrombozyten gestört. Darunter gehören zum Beispiel Beeinträchtigungen des Membranrezeptors, des Glykoproteinkomplexes der Thrombozytenmembran oder einem Fehlen der thrombozytären Granula. Betroffene Gene sind z. B. HPS1, HPS3, HPS4, HPS5, HPS6, AP3B1, AP3D1 und DTNBP1
Informationen zur Abdeckung
Wir streben an, bei 95 % der untersuchten Regionen eine Coverage von mindestens 20x zu erreichen. Aufgrund der unterschiedlichen und teilweise komplexen Beschaffenheit einzelner Regionen kann die Coverage in bestimmten Bereichen erfahrungsgemäß geringer ausfallen. Weitere Informationen zur Abdeckung und zu möglichen Einschränkungen finden Sie in den Tech Notes.