Phagozytäre Erkrankungen
Folgende Gene sind in unserem Panel zu Phagozytären Erkrankungen enthalten:
ADA2, CARD9, CLEC7A, CXCR4, ELANE, G6PC3, GATA2, GFI1, HAX1, IFNGR1, IFNGR2, IL12B, IL12RB1, IRAK4, ITGB2, LYST, MYD88, NBEAL2, NLRP3, PRF1, RAB27A, RFXAP, STAT1, STXBP2, TLR3, TLR4, TNFRSF1A, TYK2, UNC13D, UNC93B1
Wichtige Links:
- Technote
- Einsendeschein
- Beispielbefund
Einzel vs. Trioanalysen
Unser Labor bietet neben der Einzelanalyse des Indexpatienten auch die Trioanalyse unter Einbeziehung beider Elternteile an.
Bei einer klar eingegrenzten klinischen Fragestellung und dem Verdacht auf ein bestimmtes Krankheitsbild kann die Einzelanalyse eine effiziente Untersuchungsmöglichkeit darstellen. Dies gilt auch für Fragestellungen zur Anlageträgerschaft.
Für die Interpretation bestimmter Varianten ist die Untersuchung der Eltern jedoch erforderlich. Im Rahmen einer Einzelanalyse lässt sich nicht feststellen, ob eine beim Indexpatienten nachgewiesene Variante von einem Elternteil vererbt wurde oder de novo entstanden ist. Diese Information kann für die Klassifikation der Variante relevant sein.
Werden in demselben Gen zwei heterozygote Varianten nachgewiesen, lässt sich ohne Untersuchung der Eltern außerdem meist nicht sicher beurteilen, ob sich die Varianten auf unterschiedlichen Allelen befinden. Damit kann eine mögliche compound-heterozygote Konstellation nicht eindeutig bewertet werden. In diesen Fällen ist eine Trioanalyse sinnvoll. Die Untersuchung beider Eltern kann zeigen, von welchem Elternteil die Varianten stammen und ob sie auf unterschiedlichen Allelen liegen.
Allgemeines
Zu den Phagozyten gehören Neutrophile Granulozyten, Makrophagen, Monozyten, sowie dendritische Zellen. Grundsätzlich beschreibt dieser Begriff eine Vielfalt an Zellen, die sowohl Fremdpartikel, als auch körpereigenes Zellmaterial durch Phagozytose aufnehmen und intrazellulär abbauen können.
Mithilfe von Rezeptoren auf der Zelloberfläche können Phagozyten bestimmte Strukturen erkennen und lösen damit eine nachgeschaltene Signaltransduktion aus. Dadurch stülpt sich die Zellmembran an diejenige Stelle ein, an der der Partikel gebunden ist. Umhüllt von einer Membranschicht befindet sich der Partikel nun im Zellinneren des Phagozyten. Fusioniert das Phagosom mit einem Lysosom, kommt es zur Degradation des Partikels. Somit sind vor allem Neutrophile Granulozyten und Makrophagen essentiell für die Immunabwehr durch Eliminierung bakterieller Pathogene.
Phagozytäre Erkrankungen haben somit eine gestörte Immunabwehr zur Folge.
Genetische Ursachen
Veränderungen in den Genen PRF1, UNC13D und STXBP2 beispielsweise führen zu einer übermäßigen Aktivierung von Makrophagen wodurch fälschlicherweise körpereigene Zellen phagozytiert werden. Diese lebensbedrohliche Hyperinflammation ist auch als hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH) bekannt.
Eine andere Funktionsstörung der Phagozyten resultiert durch Veränderungen im ITGB2-Gen. Kommt es durch eine genetische Veränderung in diesem Gen zur Beeinträchtigung des daraus gebildeten Proteins CD18, können Phagozyten nicht an die Gefäßwand andocken und in die Infektionsherde einwandern.
Informationen zur Abdeckung
Wir streben an, bei 95 % der untersuchten Regionen eine Coverage von mindestens 20x zu erreichen. Aufgrund der unterschiedlichen und teilweise komplexen Beschaffenheit einzelner Regionen kann die Coverage in bestimmten Bereichen erfahrungsgemäß geringer ausfallen. Weitere Informationen zur Abdeckung und zu möglichen Einschränkungen finden Sie in den Tech Notes.