Erythrozytäre Erkrankungen

Folgende Gene sind in unserem Panel zu erythrozytären Erkrankungen enthalten:

CD59, CDAN1, DHFR, DKC1, EGLN1, EPAS1, EPOR, JAK2, KIF23, NHP2, NOP10, PIGA, RPS19, RPS24, SEC23B, TERC, TERT, TINF2, VHL

 

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Einzel vs. Trioanalysen

Unser Labor bietet neben der Einzelanalyse des Indexpatienten auch die Trioanalyse unter Einbeziehung beider Elternteile an.

Bei einer klar eingegrenzten klinischen Fragestellung und dem Verdacht auf ein bestimmtes Krankheitsbild kann die Einzelanalyse eine effiziente Untersuchungsmöglichkeit darstellen. Dies gilt auch für Fragestellungen zur Anlageträgerschaft.

Für die Interpretation bestimmter Varianten ist die Untersuchung der Eltern jedoch erforderlich. Im Rahmen einer Einzelanalyse lässt sich nicht feststellen, ob eine beim Indexpatienten nachgewiesene Variante von einem Elternteil vererbt wurde oder de novo entstanden ist. Diese Information kann für die Klassifikation der Variante relevant sein.

Werden in demselben Gen zwei heterozygote Varianten nachgewiesen, lässt sich ohne Untersuchung der Eltern außerdem meist nicht sicher beurteilen, ob sich die Varianten auf unterschiedlichen Allelen befinden. Damit kann eine mögliche compound-heterozygote Konstellation nicht eindeutig bewertet werden. In diesen Fällen ist eine Trioanalyse sinnvoll. Die Untersuchung beider Eltern kann zeigen, von welchem Elternteil die Varianten stammen und ob sie auf unterschiedlichen Allelen liegen.

Allgemeines

Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) sind für den Sauerstofftransport im Blut zuständig. Ist die Anzahl an Erythrozyten im Blut verminter spricht man von Erythrozytopenie. Das Blut kann nicht mehr genügend Sauerstoff transportieren. Dabei entstehen die Symptome der Anämie. Je nach Schweregrad unterscheiden sich die Symptome. Dazu gehören Erschöpfung, Schwäche, Blässe, Schwindel, verstärktem Durst, Schwitzen oder schnelles Atmen. Weitere Herz-Kreislauf-Beschwerden sind Herzrasen, niedriger Blutdruck oder ein erhöhter Puls. Bei einer schweren Anämie kann es zudem zu starken Wadenkrämpfen bei Belastung, Kurzatmigkeit, und Schmerzen im Brustkorb kommen

Im Gegensatz dazu spricht man bei einer erhöhten Anzahl von Erythrozytose oder Polyglobulie. Symptomatisch kennzeichnet sich dies bei Betroffenen durch ein gerötetes Gesicht, blaurote Lippen, Kopfschmerzen, Ohrensausen und Juckreiz (v.a. nach Wasserkontakt)

Genetische Ursachen

Erythrozytopenie

  • Die Kongenitale dyserythropetische Anämie umfasst eine Gruppe an Erkrankungen, die die Bildung von Erythrozyten im Knochenmark stört. Typ I (CDA I) wird durch einen genetischen Defekt im CDAN1-Gen ausgelöst. CDA II hingegen durch eine Variante im SEC23B Gen. Typ III wird durch Veränderungen im KIF23 Gen ausgelöst.
  • Seltene Erkrankungen wie Dyskeratosis Congenita werden durch genetische Varianten im NOP10 Gen verursacht

 

Zu den primären genetischen Ursachen der Erythrozytose gehören:

  • Polycythemia vera:

    Bekannt für diese Form der Erythrozytose ist eine Variante im Gen der Januskinase 2 (JAK2). JAK2 spielt im sogenannten JAK-STAT-Signalweg eine wichtige Rolle ein und ist so an vielen Vorgängen der Zellproliferation, Differenzierung und der Signaltransduktion des Immunsystem beteiligt.

 

  • Familiäre primäre Polyglobulie:

    Bei dieser seltenen Erkrankung kommt es zu einer Veränderung im Erythropoetin-Rezeptor (EPOR) Gen. Der Rezeptor aktiviert den JAK-STAT-Signalweg und vermittelt die Teilung und Differenzierung der Erythrozyten. Bei einer Überempfindlichkeit des Rezeptors kommt es zu einer starken und unkontrollierten Produktion von Erythrozyten.

Informationen zur Abdeckung

Wir streben an, bei 95 % der untersuchten Regionen eine Coverage von mindestens 20x zu erreichen. Aufgrund der unterschiedlichen und teilweise komplexen Beschaffenheit einzelner Regionen kann die Coverage in bestimmten Bereichen erfahrungsgemäß geringer ausfallen. Weitere Informationen zur Abdeckung und zu möglichen Einschränkungen finden Sie in den Tech Notes.