Komplementsystem

Folgende Gene sind in unserem Panel zum Komplementsystem enthalten:

ADIPOQ, C1QA, C1QB, C1QBP, C1QC, C1S, C2, C3, C3AR1, C4BPA, C4BPB, C5, C5AR1, C5AR2, C6, C7, C8A, C8B, C8G, C9, CD46, CD55, CD59, CD93, CFB, CFD, CFH, CFI, CFP, COLEC11, DGKE, FCN2, FCN3, MASP1, MASP2, PIGA, SERPING1, THBD, VTN

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Einzel vs. Trioanalysen

Unser Labor bietet neben der Einzelanalyse des Indexpatienten auch die Trioanalyse unter Einbeziehung beider Elternteile an.

Bei einer klar eingegrenzten klinischen Fragestellung und dem Verdacht auf ein bestimmtes Krankheitsbild kann die Einzelanalyse eine effiziente Untersuchungsmöglichkeit darstellen. Dies gilt auch für Fragestellungen zur Anlageträgerschaft.

Für die Interpretation bestimmter Varianten ist die Untersuchung der Eltern jedoch erforderlich. Im Rahmen einer Einzelanalyse lässt sich nicht feststellen, ob eine beim Indexpatienten nachgewiesene Variante von einem Elternteil vererbt wurde oder de novo entstanden ist. Diese Information kann für die Klassifikation der Variante relevant sein.

Werden in demselben Gen zwei heterozygote Varianten nachgewiesen, lässt sich ohne Untersuchung der Eltern außerdem meist nicht sicher beurteilen, ob sich die Varianten auf unterschiedlichen Allelen befinden. Damit kann eine mögliche compound-heterozygote Konstellation nicht eindeutig bewertet werden. In diesen Fällen ist eine Trioanalyse sinnvoll. Die Untersuchung beider Eltern kann zeigen, von welchem Elternteil die Varianten stammen und ob sie auf unterschiedlichen Allelen liegen.

Allgemeines

Das Komplementsystem ist Teil der angeborenen Immunantwort. Mehr als 30 Proteine sind an der Abwehr von Mikroorganismen (z. B. Bakterien, Pilze und Parasiten) beteiligt. Das Komplementsystem wirkt auf unterschiedliche Weise. Zum einen heften sich die Komplementproteine an die Oberfäche von Krankheitserregern, sodass deren Zerstörung durch die Phagozyten erleichtert wird. Zudem lösen Komplentproteine auch eine Reihe an Entzündungsreaktionen aus, um bei der Abwehr zu helfen. Außerdem können sie auch Bakterien zerstören, indem sie Poren in deren Zellmembran einfügen und damit die Zellintegrität aufheben, was zur Destruktion der Bakterienzelle führt.

Die Symptome eines Komplementdefektes unterscheiden sich hinsichtlich des Defektes. Bei allen Defekten dominiert aber das häufige Auftreten von Infektionen. Es kann auch zu plötzlich auftretende, schmerzhafte Schwellungen der tieferen Hautschicht und Schleimhäute kommen (Angioödem).

Genetische Ursachen

  • Defekte des klassischen Aktivierungsweges

    Der klassiche Aktivierungsweg ist der Hauptmechanismus der spezifischen Immunabwehr und wird durch Antikörper (v.a. IgG oder IgM) ausgelöst. Bei einer Störung kommt es häufig zu schweren Autoimmunerkrankungen wie z. B. der systemische Lupus erythematodes. Ausgelöst werden diese Defekte durch genetische Varianten in den Genen C1QA, C1QB, C1QC, C1S und C2

  • Defekte des alternativen Aktivierungsweges

    Der alternative Aktivierungsweg benötigt im Vergleich zum klassischen Weg keine Antikörper. Damit dient dieser Weg der schnellen und direkten Abwehr von Krankheitserregern. Dieser ist beeinträchtigt bei genetischen Veränderungen in den Genen CFH, CFI, CFB, CFD

  • Defekte des Lektinweges

    Der Lektinweg ist ein antikörperunabhängiger Aktivierungsmechanismus des Komplementsystems. Initiiert wird er sobald das Mannose-bindende Lektin (MBL) oder Ficoline an bestimmte Zuckerstrukturen auf der Oberfläche von Erregern binden. Durch Veränderung in den Genen MASP1 und MASP2 ist der Lektinweg gestört.

Informationen zur Abdeckung

Wir streben an, bei 95 % der untersuchten Regionen eine Coverage von mindestens 20x zu erreichen. Aufgrund der unterschiedlichen und teilweise komplexen Beschaffenheit einzelner Regionen kann die Coverage in bestimmten Bereichen erfahrungsgemäß geringer ausfallen. Weitere Informationen zur Abdeckung und zu möglichen Einschränkungen finden Sie in den Tech Notes.