Geschrieben am: 19.02.2026
Wer über seine erste Blutspende nachdenkt, ist natürlich oft neugierig: Wie viel Blut wird denn eigentlich bei so einer Blutspende abgenommen? Unabhängig von der eigenen Blutgruppe wird bei allen Spender*innen die gleiche Blutmenge entnommen, denn entscheidend ist die Spendeart, nicht die Blutgruppe.
Bei einer Vollblutspende werden 500 Milliliter Blut abgenommen
Neben der klassischen Vollblutspende bieten die DRK-Blutspendedienste auch Plasma- und Thrombozytenspenden an. Bei einer Vollblutspende werden 500 Milliliter Blut abgenommen – das entspricht etwa zehn Prozent der gesamten Blutmenge eines Erwachsenen. Diese Menge gilt als unbedenklich, da der Körper den Flüssigkeitsverlust rasch wieder ausgleicht.
Bei einer Plasmaspende sind es 850 Milliliter Blutplasma, allerdings werden bei der Plasmapherese die restlichen Blutbestandteile in den Körper zurückgeführt, d.h. es wird tatsächlich nur das Blutplasma entnommen. Bei einer Thrombozytenspende werden maximal 750 Milliliter Thrombozyten entnommen, wie auch bei der Plasmaspende werden die restlichen Blutbestandteile in den Körper zurück transfundiert.
Die unterschiedlichen Spendearten dauern unterschiedlich lang:
Plasmaspende: 30 bis 45 Minuten
Thrombozytenspende: 60 bis 90 Minuten
Kann man auch weniger Blut spenden?
Viele fragen sich, ob es möglich ist, weniger als 500 Milliliter Blut zu spenden. Leider ist dies nicht möglich, denn in den Krankenhäusern werden standardisierte Beutelsysteme mit einem festgelegten Volumen verwendet. Daher kann eine abgebrochene Blutspende nicht im regulären Gebrauch verwendet werden, wenn zu wenig Blut abgenommen wurde. Nach der Blutspende muss das Blut in den Beutelsystemen noch einen komplexen Prozess durchlaufen, in dem das Blut in seine einzelnen Bestandteile – Erythrozyten, Plasma und Thrombozyten – getrennt wird. Dieser Vorgang dauert nur wenige Stunden. Innerhalb von 24 Stunden nach der Spende muss das Blut weiterverarbeitet sein. Das Blut in den Proberöhrchen, das jedem Spendenden bei der Blutspende abgenommen wird, wird parallel zur Weiterverarbeitung im Labor untersucht, so dass die Spenden dann innerhalb dieser 24 Stunden auch freigegeben werden können. Sie stehen dann für die Patientengabe zur Verfügung. Für jeden Patienten entscheiden die Ärzte in den Kliniken und Arztpraxen, welche Präparate aufgrund welcher Diagnosen transfundiert werden müssen.
Weshalb wurde die Menge von 500 Millilitern festgelegt?
Die Spendenmenge von 500 Millilitern ist medizinisch geprüft und sicher. Sie gewährleistet, dass dem Körper genug Zeit bleibt, das verlorene Volumen auszugleichen, ohne Kreislaufprobleme zu verursachen. Zwischen Männern und Frauen besteht hinsichtlich der Spendenmenge kein Unterschied – bei beiden werden 500 Milliliter abgenommen. Es gibt jedoch Unterschiede in der Spendefrequenz: Männer dürfen bis zu sechsmal, Frauen bis zu viermal innerhalb von 365 Tagen Blut spenden. Die Entscheidung für 500 Milliliter beruht auf langjährigen medizinischen Studien und Erfahrungswerten, die zeigen, dass der Körper diese Menge gut toleriert und schnell regeneriert.
Gibt es Ausnahmen?
Blutkonserven werden oftmals auch während Geburten benötigt, jedoch nicht immer für die Mütter, sondern manchmal auch für die Neugeborenen. Insbesondere Frühgeborene oder Neugeborene mit Blutarmut (Anämie) können nach der Geburt auf eine spezielle Blutkonserve angewiesen sein. Selbstverständlich muss es hier eine Ausnahme geben, denn Babys und Kleinkinder haben eine viel geringere Blutmenge als Erwachsene. Daher wird hier eine sogenannte „Babyblutkonserve“ verwendet. Diese enthält etwa 300 Milliliter rote Blutkörperchen, die im Rahmen einer regulären Vollblutspende gewonnen und anschließend in vier kleine „Babybeutel“ aufgeteilt werden. Jeder dieser Beutel umfasst etwa 70 bis 80 Milliliter und wird bei Bedarf einzeln transfundiert. Die kleineren Portionen sind 28 Tage haltbar und ermöglichen eine präzise und sichere Dosierung für Säuglinge und Frühchen. Für diese speziellen Präparate gelten besonders strenge Qualitätsanforderungen und Sicherheitskontrollen.
Wie lange dauert es, bis die abgenommene Blutmenge im Körper wieder nachgebildet ist?
Die Neubildung des Blutes nach einer Blutspende erfolgt nicht sofort, aber der Körper gleicht den Flüssigkeitsverlust innerhalb von 24 Stunden wieder aus. Deshalb ist es wichtig, sowohl vor als auch nach der Blutspende viel zu trinken und ausreichend zu essen.
Das Blutplasma und die Blutplättchen (Thrombozyten) werden innerhalb weniger Tage vollständig erneuert. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) hingegen brauchen etwas länger: Nach etwa zwei Monaten sind sie komplett nachgebildet. Daher gibt es eine Sperrfrist von 56 Tagen bis zur nächsten Vollblutspende. Diese Regelung stellt sicher, dass sich der Körper vollständig erholt und keine Mangelerscheinungen auftreten.
Tipp: Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eisen, Vitamin B12 und Folsäure unterstützt die Blutneubildung nach der Spende.
Probier' es auch doch auch einmal mit einer Blutspende: Mit einer Stunde Zeitaufwand kannst du bis zu drei Menschleben retten! Blutspendetermine in deiner Nähe findest du hier.