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Vertraulicher Selbstausschluss bei der Blutspende: Erklärung, Bedeutung und Sicherheit

Geschrieben am: 15.05.2026

Wichtige Informationen vor der Blutspende

Wer schon einmal selbst Blut gespendet hat, kennt den „Vertraulichen Selbstausschluss“, kurz VSA. Blutspender*innen – egal ob Erstspender*in oder bereits regelmäßige*r Spender*in - werden anhand eines Informationsblattes vor der Spende darüber informiert, dass Infektionen mit bestimmten Erregern bei einer Blutuntersuchung noch nicht nachgewiesen können, wenn die Ansteckung damit noch sehr frisch ist. Anhand der Informationen auf dem VSA Bogen kann jede*r für sich selbst einschätzen, ob bei ihr oder ihm ggfs. ein solches Ansteckungsrisiko gegeben ist.

Was bedeutet der vertrauliche Selbstausschluss (VSA) bei der Blutspende?

Der vertrauliche Selbstausschluss (VSA) ist ein wichtiger Bestandteil der Blutspende-Sicherheit. Dass es im Rahmen der Aufklärung der Spender*innen die Möglichkeit des vertraulichen Selbstausschlusses geben muss, ist in der „Richtlinie Hämotherapie“ verankert, die gemäß der Paragrafen 12a und 18 des Transfusionsgesetzes von der Bundesärztekammer im Einvernehmen mit dem Paul-Ehrlich-Institut aufgestellt wurde. Der VSA gibt Blutspenderinnen und Blutspendern die Möglichkeit, anonym zu entscheiden, ob ihre Blutspende gegebenenfalls nicht für die Versorgung von Patientinnen und Patienten verwendet werden soll. Der VSA dient ausschließlich dem Schutz der Empfängerinnen und Empfänger von Blutpräparaten und ist ein Beitrag zur größtmöglichen Sicherheit in der Blutspende.

Warum ist der vertrauliche Selbstausschluss für die Blutspende-Sicherheit so wichtig?

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Neben der Sicherheit und der Gesundheit von Spenderinnen und Spendern hat die Sicherheit von Blutpräparaten oberste Priorität. Jede Blutspende wird umfassend getestet und durch ein ärztliches Gespräch sowie einen Spenderfragebogen begleitet. Dennoch kann es Situationen geben, in denen Spenderinnen und Spender Zweifel haben, ob ihre Spende uneingeschränkt geeignet ist. Da sie aber beispielsweise in einer Gruppe mit Kolleg*innen oder Freunden und Nachbar*innen zur Blutspendeaktion oder in eines der Blutspendezentren gehen, möchten sie gemeinsam mit den Bekannten alle Stationen der Spende durchlaufen. 

Der vertrauliche Selbstausschluss bei der Blutspende schafft hier eine zusätzliche Sicherheitsebene. Denn er ermöglicht genau dies, und schließt gleichzeitig mögliche Risiken aus. Und zwar auch dann, wenn medizinische Tests noch keine Auffälligkeiten zeigen könnten, etwa in sehr frühen Infektionsphasen.

Wie funktioniert der Blutspende-Ausschluss über den VSA?

Nach der Registrierung und mit dem Ausfüllen des Anamnesebogens können Spenderinnen und Spender durch Setzen eines Aufklebers an entsprechender Stelle auf dem Spenderfragebogen vertraulich angeben, ob ihre Blutspende verwendet werden darf oder nicht. Wird der Blutspende-Ausschluss über den VSA gewählt:

  • wird die Blutspende nicht an Patientinnen und Patienten abgegeben
  • bleibt die Entscheidung vollständig anonym
  • entstehen keine Nachteile für die spendende Person

Der vertrauliche Selbstausschluss ersetzt nicht das ärztliche Gespräch, sondern ergänzt die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen sinnvoll.

In welchen Fällen kann der vertrauliche Selbstausschluss genutzt werden?

Der VSA kann genutzt werden, wenn eine Unsicherheit bei der spendenden Person besteht. Typische Beispiele sind: 

  • Zweifel am eigenen Risikoverhalten, etwa nach einem neuen oder wechselnden Sexualkontakt
  • Scham oder Hemmungen, sensible Themen offen anzusprechen
  • Gesundheitliche Bedenken, etwa bei leichten Symptomen 

Ein Grund für den Selbstausschluss muss nicht angegeben werden. 

Ist der vertrauliche Selbstausschluss ein Zeichen für eine „falsche“ Blutspende?

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Nein. Der vertrauliche Selbstausschluss bei der Blutspende ist kein Fehlverhalten, sondern ein Zeichen von Verantwortung. Wer den VSA nutzt, hilft aktiv dabei, die Sicherheit von Blutspenden weiter zu erhöhen und Patientinnen und Patienten bestmöglich zu schützen.

Spenderinnen und Spender können zu einem späteren Zeitpunkt erneut Blut spenden, sofern alle Voraussetzungen erfüllt sind.

Warum profitieren Patientinnen und Patienten vom VSA?

Blutpräparate werden häufig bei schwer kranken oder verletzten Menschen eingesetzt. Für sie ist eine sichere Blutversorgung lebenswichtig. Der vertrauliche Selbstausschluss hilft, jede vermeidbare Gefährdung auszuschließen und stärkt das Vertrauen in die Blutspende insgesamt. Der VSA ist Ausdruck von Verantwortungsbewusstsein und Solidarität.

 

Fazit: Vertraulicher Selbstausschluss – ein wichtiger Beitrag zur sicheren Blutspende

Der vertrauliche Selbstausschluss ist ein bewährtes Instrument der Blutspende-Sicherheit. Er schützt Patientinnen und Patienten und gibt Spenderinnen und Spendern die Möglichkeit, verantwortungsvoll zu handeln.

Blutspenden bedeutet Verantwortung übernehmen – auch dann, wenn man sich gegen die Verwendung der eigenen Spende entscheidet. Der vertrauliche Selbstausschluss gehört dazu.

FAQs

Nein. Der vertrauliche Selbstausschluss erfolgt ohne Begründung. Die Entscheidung bleibt anonym und wird respektiert.

Ja. Blutspenden werden grundsätzlich getestet. Wird der VSA gewählt, wird die Spende jedoch nicht für die medizinische Versorgung freigegeben, unabhängig vom Testergebnis.

Der VSA ersetzt nicht das ärztliche Gespräch oder die Bluttests, sondern ergänzt diese. Erst das Zusammenspiel aus Befragung, medizinischer Untersuchung, Labortests und Selbstausschluss sorgt für ein hohes Maß an Blutspende-Sicherheit.

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Autorin Susanne
Susanne

Liebt als gebürtige Kielerin Wind und Meer und freut sich, dass sie auf vielen Terminen zum Thema Blutspende in Hamburg und Schleswig-Holstein Land und Leute immer besser kennenlernt.

Pressereferentin beim DRK-Blutspendedienst Nord-Ost am Standort in Lütjensee, Schleswig-Holstein

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