Zwei Hunde - Blutspende bei Hunden

Blutspende bei Hunden

Rebecca Ummeln, Autorin

von 

Rebecca
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 am 10.03.2022

Auch Hunde können mit Blutspenden das Leben von Artgenossen retten

Hunde begleiten den Menschen in so vielen Lebenslagen. Als Rettungshund oder Begleithund können sie wahre Lebensretter sein. Es kann aber auch ein Tier dem anderen als Blutspender zur Verfügung stehen und einem kranken oder verletzten Artgenossen so ein Weiterleben ermöglichen. Welche Blutgruppen es bei Hunden gibt und worauf bei einer Blutspende bei Hunden geachtet werden muss, erfährst du im folgenden Artikel.

Voraussetzungen für die Blutspende bei Hunden

Genau wie in der Humanmedizin gilt auch bei den Veterinären: Bisher gibt es kein synthetisches Blut, welches Hunden im Notfall durch eine Bluttransfusion gegeben werden kann. Ob nach Unfällen, größeren Operationen, Vergiftungen, Immun- oder Infektionserkrankungen, Gerinnungsstörungen oder chronischen Krankheiten: Auch Hunde können auf Blutspenden angewiesen sein. Lediglich in sehr wenigen tiermedizinischen Praxen existieren Blutbanken für die tierischen Patienten. Akut erkrankte oder verletzte Tiere sind auf Spenderblut angewiesen, um gerettet werden zu können. So benötigen Tierarztpraxen oder Tierkliniken für Hunde das Blut von „freiwilligen“ Spendern, was in solchen Fällen natürlich bedeutet, dass die Tierbesitzer einer Blutspende ihres Hundes zustimmen und diese wünschen. Folgende Voraussetzungen muss ein Hund für die Blutspende mitbringen:

  • Alter: 1 bis 9 Jahre alt
  • Körpergewicht: mindestens 20 kg
  • Gesunder körperlicher Zustand
  • Ruhiges Verhalten
  • Regelmäßige Impfung, Entwurmung sowie Zeckenprophylaxe
  • Keine Einnahme von Medikamenten

Erfüllt dein Hund diese Voraussetzungen, dann ist er prinzipiell als Blutspender für andere Hunde geeignet. Hat ein Hund bereits selbst einmal Blut erhalten, so ist er als Spender-Tier nicht mehr geeignet. Ebenso kommen Hunde, die im südlichen Ausland waren, wegen möglicher Übertragung von Infektionskrankheiten nicht mehr als Spender infrage. Bei der Tierarztpraxis oder der Tierklinik entscheidet immer ein Tierarzt, ob ein Hund Blut spenden kann.

Blutgruppen bei Hunden

Wie in der Humanmedizin haben auch Hunde Blutgruppen. Das Blutgruppen-System bei Hunden heißt Dog Erythrocyte Antigene (kurz: DEA). Bei Hunden unterscheidet man hauptsächlich zwischen zwei Blutgruppen – DEA 1.1 positiv und DEA 1.1 negativ. Hunde mit der Blutgruppe DEA 1.1 negativ sind besonders gut als Blutspender geeignet. Die DEA 1.1-Serie ist die häufigste Blutgruppe bei Hunden.

Die Kenntnis der Blutgruppe der Hunde ist auch für Züchter von großer Bedeutung, denn bei Unverträglichkeiten kann es auch hier zu Komplikationen kommen. Wird eine DEA 1.1 negative Hündin mit DEA 1.1 positivem Blut transfundiert, so können die Welpen aufgrund von Antikörpern in der Muttermilch eine Zerstörung ihrer roten Blutkörperchen entwickeln und sterben.

Bluttransfusion bei Hunden

Die meisten Praxen führen eine Blutspenderdatei und sind hierbei auf flexible Hundebesitzer, die mit ihrem Tier relativ schnell in die Klinik kommen können, angewiesen. Denn meist handelt es sich um nicht-planbare Notfälle. Bei einer Bluttransfusion an einem tierischen Patienten in einem Notfall ist es von großem Vorteil, wenn die Blutgruppe des Hundes bereits bekannt ist, um somit schnell handeln zu können.

Vor einer Bluttransfusion wird das Spender-Tier gründlich vom Tierarzt untersucht und das Blut daraufhin getestet, ob genügend rote Blutzellen vorhanden sind. Dies ist ein großer Vorteil für den Vierbeiner, weil er einen großen Gesundheits-Check erhält. Durch Labortests (große und kleine Kreuzprobe) werden vorab mögliche Unverträglichkeitsreaktionen eingegrenzt.

Je nach Gewicht und Gesundheitszustand wird einem Hund zwischen 300 und 500ml Blut abgenommen. Der Hund muss für die Dauer der Blutspende ungefähr zehn Minuten stillhalten. Gesunde Hunde dürfen drei- bis viermal im Jahr Blut spenden. Die Menge leitet sich dabei aus dem Blutvolumen des Tieres ab und wird individuell bestimmt.

In dem überwiegenden Teil der Fälle kommen in der Tiermedizin Frischblutkonserven zum Einsatz, das heißt, das von einem Hund gespendete Blut wird sofort einem kranken oder verletzten Artgenossen verabreicht. Gelagert werden kann die Blutspende eines Hundes maximal 42 Tage, gekühlt bei 2 bis 6 Grad Celsius. Art der Lagerung und die Haltbarkeit sind also analog den Erythrozytenkonzentraten aus menschlichem Blut.

Gerlinde Jänickes Hündin Miley hat bereits Blut eines Spenderhundes erhalten

Gerlinde Jänicke und Hündin Miley
Ein Herz und eine Seele: Gerlinde Jänicke mit ihrer "Studiohündin" Miley

Gerlinde Jänicke ist eine der bekanntesten Radiomoderatorinnen in Berlin und Brandenburg. Jeden Morgen zwischen fünf und zehn Uhr weckt Gerlinde die Hauptstadt auf 94,3 rs2 mit „Dein Morgen“ und begleitet mit ihrem Team viele Berlinerinnen und Berliner durch den Vormittag. Die beliebte Moderatorin ist selbst Blutspenderin und hat über ihre Erfahrungen und Motivation als Spenderin auch schon in unserem Podcast „500 Milliliter Leben – Der Blutspende Podcast“ berichtet.

Fester Bestandteil im Morgenteam von Gerlinde ist auch ihre Hündin Miley. „Ein Tier ist auf jeden Fall ein Familienmitglied. Ich trage doch die Verantwortung für meinen Hund“, findet Gerlinde. Mit Miley musste sie vor einigen Jahren mitten in der Nacht in eine Tierklinik. „Sie hat schrecklich gewinselt, das war ganz furchtbar. Es stellte sich heraus, dass sie bereits eine Sepsis hatte. Nachdem im Körper eine Zyste geplatzt war, war Mileys ganzer Körper vergiftet“. Die Tierärzte erklärten Gerlinde, dass ihr Hund dringend eine Blutspende benötigen würde. Dass es so etwas auch für Tiere gibt, hatte sie bis dahin nicht gewusst. „Für diese Blutspende für Miley bin ich extrem dankbar. Zum Glück ist es für sie gut ausgegangen. Miley hat halt neun Leben“, sagt Gerlinde rückblickend, wobei ihr ihre Erleichterung noch deutlich anzumerken ist. 

Wo können Hunde Blut spenden?

Mileys Leben wurde in der Kleintierklinik der FU Berlin gerettet. Informationen zu dieser Tierklinik findest du hier.

Einige tierärztliche Praxen oder auch Tierkliniken bieten die Möglichkeit der Blutspende für Hunde an. Wenn das Thema für dich relevant ist, kann sicherlich der dein Tier betreuende Tierarzt oder eine Tierklinik in deiner Nähe dir Informationen erteilen.

Wenn du selber dich für deine Mitmenschen mit einer Blutspende einsetzen möchtest, findest du hier Blutspendetermine in deiner Nähe. 

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Rebecca Ummeln, Autorin
Rebecca

Als Ausgleich zu meiner ereignisreichen und vielfältigen Tätigkeit beim DRK Blutspendedienst, sammle ich am liebsten in meinem Garten beim Buddeln oder Paddeln auf der Spree neue Energie.

Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

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