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Bruno bekam ein zweites Leben

Geschrieben am: 09.09.2026

Bruno – ein zweites Leben dank Blutspenden und Stammzelltransplantation

Junger Patient mit schwerer Erkrankung

Bruno aus Chemnitz war vier Jahre alt, als eine Diagnose sein Leben und das seiner Familie komplett aus den Angeln hob. Heute kann der inzwischen acht Jahre alte Junge zur Schule gehen, Freunde treffen und ein fast normales Leben führen. Dazwischen liegt eine Zeit, in der Bruno kämpfen musste und die Familie in einer absoluten Ausnahmesituation (über)lebte.

Im August 2022 wurde bei Bruno die ALL Ph+ diagnostiziert. Akute Lymphatische Leukämie (ALL) ist eine der vier Hauptarten von Leukämie. Bruno litt an einer Sondervariante der Erkrankung, der Philadelphia-Chromosom (Ph+) ALL, die durch eine genetische Mutation gekennzeichnet ist, die als Philadelphia-Chromosom bezeichnet wird. Für seine Mutter Denise, den älteren Bruder und die ganze Familie war das eine sehr schwere Situation. Bruno schwebte in Lebensgefahr und wurde aus dem Klinikum Chemnitz in die Universitätsklinik in Dresden verlegt. Dort musste in der ersten Nacht ein siebenstündiger Blutaustausch durchgeführt werden – damals noch manuell mit 50ml Spritzen, da zunächst kein zentraler Katheter gelegt werden konnte. Denise erinnert sich an die schwere Situation: „Die Ärzte sagten mir, sie wüssten nicht, ob Bruno die Nacht überleben würde. Er wurde mit rund 500.000 Leukämiezellen eingeliefert. Zwei Tage später folgte eine mehr als dreistündige Leukapherese (Blutwäsche), bevor nach einer Woche voller Untersuchungen die Chemotherapie beginnen konnte“. Später wurde Bruno in Chemnitz weiterbehandelt, wo er eine intensive Chemotherapie und später die Erhaltungstherapie erhielt.

 

Eine Stammzellspende und zahlreiche Transfusionen retten Brunos Leben

Zwei Jahre später musste Bruno erneut eine schwere Zeit durchleiden. Er erlitt einen Rückfall (Rezidiv) und es war klar, dass er eine Stammzellspende brauchen wird. Nach der Stammzelltransplantation 2025, die in Dresden durchgeführt wurde, war die Familie erneut stark belastet, denn es folgten acht Wochen Isolation für Bruno und seine alleinerziehende Mutter Denise: „Die Stammzelltransplantation war eine der größten Herausforderungen. Acht Wochen Isolation haben Bruno und mich körperlich und emotional sehr gefordert. 

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Für Bruno war diese Zeit unvorstellbar schwer. Er musste viele schmerzhafte Behandlungen, unzählige Untersuchungen und lange Krankenhausaufenthalte meistern. Bruno verlor während der Behandlung sehr viel Gewicht und entwickelte schwere Mukositiden (Entzündungen der Schleimhaut) im Mund, in der Speiseröhre und im Darm. Essen, Trinken und selbst das Sprechen waren zeitweise kaum möglich. Hinzu kamen Virusinfektionen, zwei Blutvergiftungen, Osteonekrose sowie immer wieder Phasen mit hohem Fieber. Durch die intensive Cortisontherapie konnte Bruno zeitweise nicht mehr laufen und musste vieles neu lernen. Mutter Denise erinnert sich: „Es gab Tage, an denen er kaum noch Kraft hatte, und trotzdem hat er nie aufgehört zu kämpfen. Seine Stärke und sein Lebenswille haben uns immer wieder beeindruckt.“ 30 Erythrozytentransfusionen und 42 Thrombozytentransfusionen erhielt Bruno im Rahmen seiner Behandlung, sie alle sind als Perlen in seiner langen Mutperlenkette dokumentiert.

Hilfe und Unterstützung tragen die Familie durch eine schwere Zeit

Denise freute sich von Herzen über die „fantastischem Menschen auf der Station F140 in Chemnitz, Freunde und auch wildfremde Menschen, die Brunos Geschichte verfolgt haben und es auch immer noch tun“. Insbesondere das Engagement im Klinikum in Chemnitz hat die Krankenkassenangestellte sehr beeindruckt: „Die Schwestern und Ärzte standen zu jeder Tages- und Nachtzeit an unserer Seite mit all den Ängsten, Sorgen und Fragen, die man hat. Und auf der Station bestand jederzeit die Möglichkeit zu kochen, was für Bruno während dieser Behandlungsphase sehr wichtig war“. 

Trotz aller Hürden hat Bruno nie aufgegeben. Mit einer unglaublichen Stärke und einem unbändigen Lebenswillen hat er sich Schritt für Schritt zurück ins Leben gekämpft. Inzwischen geht es ihm deutlich besser. Er lacht wieder, geht Teilzeit zur Schule, trifft Freunde und kann wieder vieles erleben, was für andere Kinder ganz selbstverständlich ist. Heute sagt Denise über die schwere Zeit, die hinter der Familie liegt: Für mich als Mama war es die schwerste Zeit meines Lebens. Das eigene Kind leiden zu sehen und oft nichts tun zu können, außer da zu sein, ist ein Gefühl, das sich kaum in Worte fassen lässt. Umso bewusster genießen wir die kleinen, oft selbstverständlichen Momente des Alltags – denn wir wissen, wie wertvoll sie sind“. 

 

Die Heilung braucht Zeit

Junge am Meer

Bruno ist heute ein fröhliches kommunikatives Kind, sein Talent zu kämpfen, niemals aufzugeben hat ihn und seine Familie durch diese schwere Zeit getragen. Brunos Onkel und Omi haben Denise und Bruno mit aller Kraft unterstützt, Hilfe bekam die Familie auch von den Vereinen Lukas Stern e.V. aus Chemnitz, der schwerkranken Menschen Wünsche erfüllt und vom Elternverein krebsranker Kinder e.V., ebenfalls aus Chemnitz, der tatkräftige und auch psychologische Unterstützung bot. https://www.ekk-chemnitz.de/

Gleichzeitig begleiten ihn die Folgen der intensiven Therapie weiterhin.  Er kämpft unter anderem mit Polyneuropathien, Schilddrüsenproblemen, anhaltenden Darmbeschwerden und einer schnellen Erschöpfung. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen gehören ebenfalls zum Alltag.

 

Blutspenden retten jeden Tag viele Leben – wie das von Bruno

Denise ist durch ihre Arbeit bei einer Krankenkasse mit dem Thema Blutspenden vertraut. „Ich habe auch selbst mehrfach Blut gespendet bzw. es versucht, musste aber wegen wiederkehrender Kreislaufprobleme damit aufhören. Umso dankbarer bin ich allen Menschen, die als Blutspender*innen aktiv sind. Sie retten mit jeder Blutspende Leben, so wie das meines Sohnes“. Sie fügt hinzu: „Deshalb wünsche ich mir, dass jeder, der gesund ist und spenden kann, darüber nachdenkt. Für den Spender ist es oft nur eine kurze Zeit – für jemanden wie Bruno kann es den entscheidenden Unterschied machen“.

 

Die Familie ist voller Zuversicht

Wir haben gelernt, dass die letzte Chemotherapie nicht das Ende des Weges bedeutet. Die eigentliche Heilung beginnt oft erst danach – und sie braucht Zeit, Geduld und ganz viel Hoffnung. Trotzdem schauen wir voller Zuversicht nach vorn und freuen uns über jeden kleinen Fortschritt, den Bruno macht."

Denise
Mutter des tapferen Patienten Bruno

Hinter jeder Blutspende steckt die Chance auf Leben. Bruno hätte seinen Weg ohne die vielen Blutspenden nicht geschafft. Willst auch du schwerkranke Menschen unterstützen? Den nächsten Blutspendetermin in deiner Region findest du hier: www.drk-blutspende.de

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Kerstin, Autorin digitales Spendermagazin
Kerstin

Das Thema Blutspende hat so viele interessante Facetten, wir stellen sie hier vor.

Pressesprecherin DRK-Blutspendedienst Nord-Ost, Standort: Berlin

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