Banner für den Tag des Ehrenamts. Bunte Figuren stehen in einem Kreis und recken die Hände in die Luft. Als Überschrift ist groß "Danke" zu sehen.

Am 5. Dezember ist „Tag des Ehrenamts“

Autorenfoto Miriam Fischer

von 

Miriam
,

 am 05.12.2022

Goethe würde applaudieren...

„Es muss von Herzen kommen, was auf Herzen wirken soll“, kritzelt Johann Wolfgang von Goethe andächtig mit seiner eben in frische Tinte getunkten Feder auf ein bräunliches Blatt Papier, lehnt sich zurück, genießt seine eben niedergeschriebene Brillanz im flackernden Schein einer Kerze und widmet diese Lebensweisheit gedanklich allen Ehrenamtlichen des Deutschen Roten Kreuzes und anderen gemeinnützigen Organisationen.

Auf diesem Bild ist ein Porträt von Johann Wolfgang von Goethe in Schwarz/Weiß zu sehen

Oder eventuell entspringt diese Gegebenheit rein der Fantasie der Autorin, die sich auch von der Tatsache, dass Goethe 1832 in Weimar verstarb und Henry Dunant die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung erst knapp 30 Jahre später gründete, nicht beirren lassen möchte. Fakt ist nur, dass wir alle Goethe nicht persönlich kannten und daher niemand mit 100 % Gewissheit auszuschließen vermag, dass dieses literarische Genie nicht auch in die Zukunft sehen konnte.

Denn wie sollte es sonst auch möglich sein, dass dieses Zitat die Arbeit unserer Ehrenamtlichen so schön und treffend beschreibt?

Tag des Ehrenamts am 05.12.2022

Ein geeigneter Tag, um ein Kompliment an alle Ehrenamtlichen in Deutschland auszusprechen, ist der 5. Dezember. Denn dieser Tag ist als „Tag des Ehrenamts“ international allen Menschen gewidmet, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich engagieren und damit uns als Gesellschaft täglich Gutes tun. 1985 wurde dieser Tag von der UN, mit Wirkung ab 1986, beschlossen und wird seitdem jährlich zelebriert.

Geschenk zum Tag des Ehrenamts 2023

Auch wir, der DRK-Blutspendedienst, feiern mit.

In diesem Jahr wurden alle Ehrenamtlichen, welche am 05.12.2022 eine Blutspendeaktion mit uns in Hessen oder Baden-Württemberg organisierten und durchführten, mit einem „Du bist Gold wert“ Würfel bedacht.

Neben dem wortwörtlich süßen Inhalt ist die klare Kernbotschaft: Ohne euch geht es nicht. Und ohne euch möchten wir auch gar nicht sein!

Was macht das DRK Ehrenamt aus und warum ist es so wichtig?

In Deutschland engagieren sich nach aktuellen statistischen Erhebungen circa 16 Millionen Menschen ehrenamtlich (Quelle: statista.com). Über 400.000 ehrenamtliche Helfende kann das Deutsche Rote Kreuz bundesweit verzeichnen, inklusive aller Angehörigen des Jugendrotkreuzes.

Sei es Seniorenbetreuung, Hilfseinsätze bei Unfällen und Katastrophen, Dienste in Kleiderkammern oder Suppenküchen, Begleitung von Flüchtlingen, aktive Kinder- und Jugendarbeit oder eben die Unterstützung und Mitorganisation von öffentlichen Blutspendeterminen: Die Felder und Möglichkeiten der ehrenamtlichen Arbeit beim DRK sind so breit gefächert wie stark benötigt.

Im Vordergrund steht immer: Menschlichkeit!

Geschlecht, Herkunft, Sexualität, Religion, Aussehen, Musikgeschmack – hiernach wird gar nicht erst gefragt denn der Fokus liegt auf dem Menschen, der anderen Menschen helfen möchte. Dieser gemeinsame Spirit verbindet alle Gliederungen bundes- und weltweit.

Die Übernahme eines Ehrenamts ist freiwillig und dient dem Gemeinwohlinteresse – finanziell verdient hier persönlich keiner etwas, auch wenn bei manchen ehrenamtlichen Tätigkeiten zumindest eine Aufwandsentschädigung geltend gemacht werden kann.

„Wieso engagiert man sich überhaupt und trägt in seiner Freizeit eine solche Verantwortung, wenn man keinen finanziellen Nutzen daraus ziehen kann?“, mag dem ein oder anderen nun gedanklich durch den Kopf schießen.

Eine leitende DRK Ehrenamtliche berichtet

Darüber kann Jennifer Zimmermann, Bereitschaftsleiterin des DRK Inzigkofen in Baden-Württemberg, nur schmunzeln.

„Ich bin schlussendlich auch erst einmal von Bekannten überredet worden, doch zum DRK mitzukommen und mir das mal anzuschauen. Da war ich gerade einmal 16 Jahre alt.“

In diesem Jahr hat Jennifer die Bereitschaftsleitung übernommen. Aus der „Jugendliebe“ ist eine feste Bindung fürs Leben geworden, motiviert hat sie hierbei vor allem der zwischenmenschliche Kontakt innerhalb der DRK Gliederung.

„Ich habe beim DRK unfassbar viele nette Menschen kennengelernt. Viele davon sind heute meine besten Freunde.“

Was sie früher nicht gedacht hätte: Auch beruflich hat ihr die ehrenamtliche Tätigkeit weitergeholfen. „Ich habe beim DRK diverse Ausbildungen durchlaufen und dadurch gerade in Führungs- und Leitungsthemen auch beruflich profitieren können. Die Interaktion mit Menschen macht mir einfach Spaß, und das, was ich beim DRK gelernt habe, kann ich auch in anderen Lebensbereichen einbringen. Das lohnt sich quasi doppelt“, berichtet Jennifer mit einem zufriedenen Lächeln.

Porträtaufnahme Jennifer Zimmermann vom DRK Inzigkofen

Wenn es ein Manko geben könnte, dann wäre es ihrer Meinung nach, dass in der Gesellschaft zu wenig Bewusstsein für ihre ehrenamtliche Arbeit vorhanden ist.

„Ich mache niemandem einen Vorwurf, aber viele Menschen können zwischen Haupt- und Ehrenamt nicht unterscheiden. In vielen Bereichen arbeiten wir aber übergreifend zusammen, sei es bei der Blutspende oder bei HVO-Einsätzen (HVO = Helfer vor Ort). Der Unterschied zwischen uns: Für das Hauptamt ist das Arbeitszeit und wird vergütet. Wir Ehrenamtlichen werden in unserer Freizeit tätig. Unsere Bezahlung ist schlussendlich die Wertschätzung und Anerkennung. Wenn die dann teilweise komplett fehlt und kein „Dankeschön“ über die Lippen kommt, fährt man auch nach einem Einsatz oder einer Blutspende nachdenklich nach Hause.“

Doch wie kann man Ehrenamtlichen die Wertschätzung zeigen, wenn eine finanzielle Entschädigung gemäß der DRK Grundsätze nicht vorgesehen ist?

„Wir sind als Mensch für die Menschen da. Wenn wir innerhalb der DRK Organisation dann nicht nur „als Ehrenamt“, sondern auch als Privatpersonen gesehen werden und mal eine kleine Aufmerksamkeit bei Lebenshighlights wie Hochzeiten, Geburten oder an Geburtstagen übermittelt wird, freut uns das schon sehr!“, teilt Jennifer ihre Erfahrungen mit uns.

Und einen ganz konstruktiven Vorschlag  gibt sie auch mit auf den Weg: „Ganz revolutionär gedacht wäre es natürlich auch super, wenn man als Ehrenamtlicher bei Freizeitangeboten wie beispielsweise einem Kletter- oder Freizeitpark mit einem „Ehrenamtsrabatt“ bedacht wird. Im Alltag und für Privatpersonen aber am Wichtigsten: Den Respekt vor unserer Arbeit auch mal mit einem Lächeln oder einem Kompliment ausdrücken.“

Hier kannst du erfahren, welche Vorteile ein Ehrenamt mit sich bringt und wir beantworten dir einige häufig gestellte Fragen.

Was sich die Autorin für das kommende Jahr vornimmt...

Was ich, die Autorin dieses Textes, mir persönlich für das kommende Jahr vornehme? Auch an den restlichen 364 Tagen im Jahr ganz bewusst wahrzunehmen, was wir den ehrenamtlichen DRK Gliederungen zu verdanken haben und ganz in Goethes Stil von Herzen meine Anerkennung auszudrücken! Denn so verwoben und allgegenwärtig die ehrenamtliche Arbeit in unserer Gesellschaft sein mag: Eine Selbstverständlichkeit ist sie in keinem Fall!

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Autorenfoto Miriam Fischer
Miriam

Sie ist glühender Fan der Serie Blacklist, stolze Besitzerin von 487 Lustigen Taschenbüchern und eine Verfechterin der Sonntagsbrunch-Kultur

Ehrenamtskoordinatorin Baden-Württemberg Hessen