DRK-Blutspende Berufsschule Hamburg zwei Blutspenderinnen

An dieser Schule wird Hilfe gelebt!

Autorin Susanne

von 

Susanne
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 am 11.11.2022

Blutspende ist eine Erfolgsgeschichte an der BS15 in Hamburg-Wilhelmsburg

Was liegt näher, als junge Frauen und auch ein paar junge Männer, die sich in der Ausbildung zu medizinischen Fachberufen befinden, für das lebensrettende Thema Blutspende zu begeistern? Diese Frage stellte sich vor rund 15 Jahren Christiane Lehrmann-Schlott, Lehrerin an der „Beruflichen Schule für medizinische Fachberufe BS15“ in Hamburg-Wilhelmsburg. Dort werden junge Menschen auf die Berufe als Medizinische Fachangestellte, Zahnmedizinische Fachangestellte und Tiermedizinische Fachangestellte vorbereitet. Christiane Lehrmann-Schlott ist selbst aktive Blutspenderin mit über 100 Spenden und war schon damals für die 1. Hilfe-Ausbildung an der BS15 zuständig, zu der immer auch ein kurzer Exkurs zum Thema Blutspende gehörte. 2007 schlug die Berufsschullehrerin ihre Idee vor, Blutspendeaktionen in das Schulleben zu integrieren und bekam dafür von Beginn an große Unterstützung seitens der Schulleitung und des Kollegiums.

Gesagt – getan: 2008 wurde die erste Spendeaktion in Zusammenarbeit mit unserem DRK-Blutspendedienst Nord-Ost durchgeführt. Erst einmal jährlich, mittlerweile haben die Auszubildenden sogar zwei Mal pro Jahr die Möglichkeit, quasi im laufenden Unterrichtsbetrieb mit ihrem Einsatz zu Lebensrettern zu werden. Im November 2022 wurde mit der insgesamt 25. Blutspendeaktion an der Schule sogar das silberne Jubiläum gefeiert! Weit über 4500 Spenderinnen und Spender in der BS15 haben seit der ersten Aktion 2008 mit ihrem Einsatz einen ganz wesentlichen Anteil an der lückenlosen Sicherstellung der Blutversorgung für Patienten in Hamburger Kliniken und Arztpraxen.

Christiane Lehrmann-Schlott ist zurecht stolz auf das erfolgreiche Projekt "Blutspende"

Gruppe von Blutspenderinnen an einer Berufsschule Team Lebensretter
Christiane Lehrmann-Schlott (hinten rechts) mit den Blutspenderinnen Sophia Mayr, Yvonne Dingel, Vivien Füchsel und Kristina Wegener

„Die Schülerinnen und Schüler sollen hier die Möglichkeit erhalten, sich ganz bewusst und aktiv dafür zu entscheiden, mit ihrer Blutspende Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen und zu helfen. Für unser Schulleben sind die zwei mittlerweile zur Selbstverständlichkeit gewordenen Blutspendetermine pro Jahr eine absolute Bereicherung und geplant ist sogar, ab 2024 jeweils einen dritten Spendetag zu etablieren“.

Christiane Lehrmann-Schlott
Berufsschullehrerin und aktive Blutspenderin

Die Resonanz bei den Auszubildenden ist hervorragend

Die Blutspenderliegen in der Schule auch an einem dritten Tag zu belegen, dürfte kein Problem sein, denn die Resonanz bei den Auszubildenden ist hervorragend! Sie sollen sich selbst hier auch einmal in die Situation derjenigen hineinversetzen, die sie später als medizinische Fachkräfte behandeln und betreuen, erläutert Christiane Lehrmann-Schlott einen weiteren Hintergrund der Spendeaktionen. 

Besonders erfreulich aus Sicht unseres Blutspendedienstes: die überwältigend hohe Zahl von Erstspenderinnen und Erstspendern unter den Auszubildenden, die mit einer Gesamtzahl von über 2000 in knapp 15 Jahren einen überdurchschnittlich hohen Anteil pro Spendetermin bedeutet. Alina Nordwald, als Referentin für Öffentlichkeitsarbeit zuständig für die Organisation von Blutspendeterminen in Hamburg, erklärt die Bedeutung hoher Erstspenderzahlen für die langfristige Absicherung der Patientenversorgung: „Unsere Gesellschaft wird immer älter und damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch in seinem Leben einmal auf Präparate aus Spenderblut angewiesen sein wird. Viele ältere Blutspender scheiden nun aber mit Erreichen der Altershöchstgrenze von 72 Jahren aus. Langfristig kann die Blutversorgung nur gesichert werden, wenn viele junge Spenderinnen und Spender nachwachsen, die von der Wichtigkeit der Blutspende überzeugt und dann zu regelmäßigen Spendern werden.“

Wer sich ein Piercing machen lässt, kann auch den kleinen Pieks ertragen...

Erstspender Jaden Reimers ist einer der wenigen jungen Männer unter den Auszubildenden
Jaden Reimers ist einer der wenigen jungen Männer unter den Auszubildenden

Jaden Reimers aus der Klasse der Auszubildenden zu Medizinischen Fachangestellten und Julia Schmidt, angehende Zahnmedizinische Fachangestellte, sind bereits überzeugt! Beide haben die 25. Blutspendeaktion in ihrer Schule für die erste Spende ihres Lebens genutzt. Jaden erklärt, die Spende habe für ihn sogar neben der Hilfe für andere Menschen noch den Mehrwert, dass er seine eigene Blutgruppe erfährt. Julia hat sich ganz spontan entschieden, ihre Freundinnen und Mitschülerinnen zur Spende zu begleiten: „Wir sind doch alle jung und wenn wir anderen Menschen mit diesem Einsatz helfen können, dann sollten wir das einfach machen“, fasst die 19-Jährige ihre Motivation treffend zusammen. Gemeinsam mit Nurnchan Saliova, die bereits zum zweiten Mal die Spendeaktion in ihrer Schule nutzt, um Leben zu retten, bilden die beiden jungen Frauen ein perfektes „Team Lebensretter“. Nurnchan hat zwar eigentlich ein wenig Angst vor dem Pieks, aber letztlich urteilt sie, ist der doch gar nicht so schlimm. „Wenn man sich Piercings machen lässt, dann kann man diesen kleinen Pieks doch auch problemlos ertragen“, findet sie.

Blutspenderin Julia Schmidt  auf der Spenderliege
Erstspenderin Julia Schmidt möchte als junger und gesunder Mensch Patienten helfen, die Blut benötigen

Absolut vorbildlicher und nachahmenswerter Einsatz – finden wir!

Blutspendeaktionen an Schulen: geringer Aufwand - große Hilfe

Interessierst du dich auch für eine Blutspendeaktion an deiner Schule bzw. Berufsschule? Das Mindestalter, um eine Blutspende leisten zu können, liegt bei 18 Jahren. Weitere wichtige Informationen für Erstspender kannst du hier nachlesen.

Christiane Lehrmann-Schlott von der Berufsschule in Hamburg-Wilhelmsburg schätzt den Aufwand, eine solche Aktion an der eigenen Schule zu etablieren, als nicht besonders groß ein, gemessen an der Hilfe, die man denjenigen zuteilwerden lässt, die als Patienten dringend auf Blutspenden angewiesen sind. Die Berufsschullehrerin wird im kommenden Jahr aus dem Schuldienst ausscheiden, aber die Blutspendeaktionen liegen ihr am Herzen, und sie wird sie auf jeden Fall innerhalb ihres Kollegiums in gute Hände übergeben. Ein Beispiel, das Schule machen sollte!

Auf den websites unserer Blutspendedienste findest du Ansprechpartner, die dir oder deiner Schule Informationen über Voraussetzungen zur Durchführung eines Blutspendetermins geben und euch dann Schritt für Schritt bei der Organisation begleiten.

Und hier findest du Blutspendetermine in deiner Nähe!

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Autorin Susanne
Susanne

Liebt als gebürtige Kielerin Wind und Meer und freut sich, dass sie auf vielen Terminen zum Thema Blutspende in Hamburg und Schleswig-Holstein Land und Leute immer besser kennenlernt.

Pressereferentin beim DRK-Blutspendedienst Nord-Ost am Standort in Lütjensee, Schleswig-Holstein