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23 Mal Leben

Kerstin, Autorin digitales Spendermagazin

von 

Kerstin
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 am 23.09.2022

Die 13jährige Kim aus Weinböhla erhielt im Rahmen ihrer Krebstherapie 23 Blutspenden

Blutspenderinnen und Blutspender retten jeden Tag Menschenleben. Verbindendes Element bei einer Bluttransfusion ist dieselbe Blutgruppe, die Blutspender und -empfänger miteinander vereint. Unsere Kampagne „It’s a match!“ lässt nicht nur Lebensretter zu Wort kommen, sie gibt auch den Patienten eine Stimme und ein Gesicht, die dank Bluttransfusionen zum Beispiel einen Unfall überlebt haben oder trotz einer schweren Erkrankung wieder positiv in die Zukunft schauen können. Sie alle machen Mut und können noch mehr Menschen zum Spenden motivieren. Hier erzählen wir ihre bewegenden Geschichten.

23 Mal Leben – die 13jährige Kim aus Weinböhla erhielt im Rahmen ihrer Krebstherapie 23 Blutspenden – nun möchte sie etwas zurückgeben und engagiert sich für die Blutspende beim DRK. 

Die Haare wachsen wieder nach der Chemotherapie. Kim hat 15 Kilogramm abgenommen im letzten halben Jahr, doch die Stimmung ist gut. Sie macht Pläne für die nächsten Monate. Vor Kim auf dem Tisch liegt eine sechs Meter lange Mutperlenkette, die Kims Geschichte auf ganz besondere Weise dokumentiert. 

Mutperlenkette

Doch zunächst ein Blick zurück: Alles begann mitten in der Pandemie. Im März 2021 bekam Kim Schmerzen im linken Bein. Zunächst dachte die Ärztin an sogenannte Wachstumsschmerzen. Kim wurde deshalb zunächst osteopathisch behandelt. Die Osteopathin stellte fest, dass sich der Knochen auffällig dünn und brüchig anfühlte und empfahl Kim und ihrer Mutter sofort einen Arzt aufzusuchen und sich nicht abwimmeln zu lassen. Schließlich stand die niederschmetternde Diagnose: Osteosarkom -  ein bösartiger Tumor im Knochen.

Kim nimmt den Kampf gegen den Krebs auf

Kim

Für Kim, bis dahin ein ganz normaler Teenager mit langen Haaren, begann eine harte Zeit, die sie bravourös meisterte. „Sie war viel couragierter als ich“, erzählt ihre Mutter aus heutiger Sicht. Bereits vor der Operation, bei der der Tumor entfernt werden sollte, erhielt Kim mehrere Chemotherapien. Im September 2021 wurde der Tumor entfernt und es folgten weitere Chemotherapien, die Kim überhaupt nicht gut vertragen hat. Die Sorge um das Mädchen aus Weinböhla war oft sehr groß. Nicht nur die Familie mit Geschwistern und Großeltern sondern auch Freunde und Klassenkameraden halfen Kim durch diese schwere Zeit.

Schule trotz Chemotherapie

Mit der Schule war sie dank eines digitalen Modellversuchs immer im Kontakt. Dreh und Angelpunkt war hier ein Roboter, der im Klassenzimmer stand und über ein Tablet mit Kim verbunden war. So konnte Kim am Unterricht teilnehmen und mit den Mitschülerinnen und Mitschülern im Austausch stehen.   

In der Klinik half auch der Kliniklehrer, der Kim während des langen Krankenhausaufenthalts als Ansprechpartner zur Verfügung stand. „Das war ganz entspannt“, sagt Kim, eine halbe oder dreiviertel Stunde am Tag. Die Klinikschule nahm auch immer sehr viel Rücksicht auf die Kinder, die aufgrund der Chemotherapien oft nicht in der Lage waren überhaupt am Unterricht teilzunehmen.

Während Corona konnte Kim keinen Besuch in der Klinik empfangen, doch über WhatsApp oder Zoom war sie stets mit allen Familienmitgliedern und Freunden verbunden. „Das waren Zoom Meetings von 7-8 Stunden“, lacht Kim. Dank der Unterstützung des Dresdener Vereins „Sonnenstrahl e.V.“ konnten jedoch Mutter und Vater in der schlimmsten Zeit abwechselnd bei Kim übernachten. Der Verein stellte eine Wohnung nahe der Uniklinik zur Verfügung. „Wir haben aus Koffern gelebt“, erinnert sich die Mutter. 

Ein großer Schritt nach vorn

Im April 2022 war es endlich soweit. Kim schloss den letzten Zyklus der Chemotherapie ab und konnte endlich nach Hause. Zum Abschluss der Intensivtherapie wurde der „letzte“ Chemobaum auf der Station geschmückt. Freunde bastelten Deko für den Baum und gaben Geschenke mit.

Ein großer Schritt war gemacht, wenn auch das Laufen bis heute noch schwierig und Kim immer wieder auch auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Kurze Strecken meistert sie inzwischen an Krücken. Bis Kim wieder laufen kann, wird es noch eine Weile dauern. Durch die vielen Chemotherapien konnte Kims Bein bisher nicht richtig heilen. Wahrscheinlich muss Kim auch noch einmal operiert werden.

Kim ruft zur Blutspende auf, um andere Patienten zu unterstützen

Kim 2

Kims Mutperlenkette ist inzwischen sechs Meter lang. Für jede Behandlung und Maßnahme wurde eine jeweils andersfarbige Perle hinzugefügt. Die Kette zeigt beeindruckend, was Kim alles bewältigt hat in den zwölf Monaten der Therapie. Besonders wichtig sind Kim die blau-roten Perlen. Sie ziehen sich durch die gesamte Kette und markieren die Bluttransfusionen, die Kim im Laufe der Behandlung erhalten hat.

Kims Mutter war schon vor Kims Erkrankung als Blutspenderin aktiv und will ihr Engagement trotz der großen Belastung durch Kims Krankheit weiter fortsetzen. Nachdem die Therapie vorerst abgeschlossenen ist, entstand die Idee, um Blutspenden zu werben, denn Kim hatte im Laufe ihrer Behandlung 23 Transfusionen erhalten, wie ihre Mutter auf Nachfrage erfuhr. „Nach all der Zeit kann man nicht einfach so zurückgehen in den Alltag, deshalb wollen wir etwas zurückgeben“, sagt Kims Mutter. Zu Beginn bat die Mutter nur Freunde und Verwandte um Blutspenden. Darunter auch Dr. Michael Freude aus Meißen. Er fand die Aktion so toll, dass er sogar auf seiner Website zum Blutspenden für Kim aufrief.

Doch Kim plant mehr. Ihre Idee ist es, mindestens 23 Personen zu einer Blutspende zu motivieren. Dies entspricht der Anzahl der Transfusionen, die sie selbst erhalten hat. „Natürlich dürfen es auch viel mehr sein“, lacht Kim, denn viele Patienten benötigen dringend Blut.  „Als es mir so extrem schlecht ging, habe ich gehört, dass Blutpräparate knapp wurden“, erinnert sich Kim. „Und ich habe auch gesehen, wie schlecht es den anderen Patienten ging.“ Kim war in dieser Situation sehr reizbar, hatte ständig Kopfschmerzen und fühlte sich schlapp und müde. „Als ich dann eine Bluttransfusion bekam, ging es mir besser, das war ganz deutlich zu merken. Deshalb bitte ich alle, die ich kenne, um Blutspenden, denn ich möchte, dass es denen, die jetzt in der Situation sind, in der ich war, auch besser geht." So entstanden auch die Dankbriefe, die Kim selbst liebevoll gestaltet.

Im Oktober ist nun eine große Blutspende-Aktion in Dresden geplant, zu der Kim die Schirmherrschaft übernehmen wird. 

Dank Blutspenden geht es Kim zur Zeit gut

Mittlerweile stehen für Kim nur noch regelmäßige Kontrolluntersuchungen an. Kim wirkt stark und engagiert. Ihre Kraft kehrt langsam zurück und sie freut sich, auch wieder persönliche Kontakte in der Schule und draußen zu pflegen.

Auch Sonnenstrahl e.V. begleitet Kim und ihre Familie in der weiteren Genesungsphase. Es gibt ein Elterncafé, einen Therapiehund und Aktionen für Geschwisterkinder der jungen Patienten. https://www.sonnenstrahl-ev.org/

Wer Kims Engagement und andere Patienten als Blutspender oder Blutspenderin unterstützen möchte, kann dies beim DRK-Blutspendedienst in seiner Region tun. Alle Termine in Eurer Region findet Ihr unter www.blutspende-nordost.de/blutspendetermine oder www.drk-blutspende.de

 

 

 

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Kerstin, Autorin digitales Spendermagazin
Kerstin

Das Thema Blutspende hat so viele interessante Facetten, wir stellen sie hier vor.

Pressesprecherin DRK-Blutspendedienst Nord-Ost, Standort: Berlin