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Neues aus der Forschung: Stammzellspende

Foto fürs Magazin Julia

von 

Julia
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 am 26.09.2022

Wusstet ihr eigentlich, dass an unseren Standorten auch tranfusionsmedizinische Forschung stattfindet?
Hier stellen wir euch ein Projekt aus dem Bereich Blutstammzellen-Transplantation aus Ulm vor.

Was ist eine Blutstammzellen-Transplantation?

Eine Blutstammzellen-Transplantation ist eine Übertragung von gesunden Blutstammzellen von Spenderinnen oder Spendern auf erkrankte Empfänger. Wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Transplantation ist die Verfügbarkeit kompatibler, also passender, Spender.

Wissenschaft - Grafik Erythrozyten im menschlichen Körper

Die Blutstammzellen befinden sich im Knochenmark. Aus ihnen werden ständig Blutzellen nachgebildet. Zerstört zum Beispiel eine Krebs-Behandlung die Blutstammzellen im Körper, brauchen Betroffene neue Blutstammzellen. Diese Behandlung erhalten vor allem Menschen mit verschiedenen Formen von Blutkrebs, zum Beispiel Leukämie. Die Transplantation unter nicht-verwandten Menschen ist also lebensrettend bei schweren Erkrankungen.
Hier im Magazin erzählt Leukämie-Patientin Maria von ihrer Stammzell-Transplantation.

 

Bessere Verträglichkeit

Jedoch bestehen immer gewisse Risiken und Nebenwirkungen. Forschende vom Universitätsklinikum Ulm und dem DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen entdeckten hier neue Zusammenhänge: Sie untersuchten genetische Merkmale, die die Verträglichkeit von Patienten und Spendern beeinflussen.

Dr. Daniel Fürst, Dr. Joannis Mytilineos und Prof. Dr. Hubert Schrezenmeier vom Universitätsklinikum Ulm und dem DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen fanden die neuen Erkenntnisse.

Chance und Risiko

Die Blutstammzellen-Transplantation gibt Betroffenen mit lebensbedrohlichen Erkrankungen des Knochenmarks die Chance auf Heilung. Die Transplantation von Blutstammzellen kann aber eine Vielzahl von Komplikationen nach sich ziehen, welche die Lebensqualität stark einschränken.

Durch Auswahl möglichst gut passender Spender können diese Komplikationen reduziert werden.

Wichtige Gewebemerkmale

Günstig ist eine Übereinstimmung der Gewebemerkmale von Patient und Spender. Die wichtigsten Gewebemerkmale sind die sogenannten HLA-Merkmale, das steht für Humane Leukozyten-Antigene.

Leukozyten sind weiße Blutzellen. Diese Antigene sind Strukturen auf der Oberfläche der Zellen, die unser Immunsystem zwischen eigenem und fremden Gewebe unterscheiden lassen.

Weitere relevante Gene identifiziert

Nur ein Beispiel aus dem Forschungsprojekt: Die sogenannten „HLA-DRB3/4/5“ Gene sind weitere klassische HLA-Gewebemerkmale. Es gab bereits aus anderen Studien erste Hinweise, dass Unterschiede in diesen Genen zwischen Patient und Spender mit erhöhten Komplikationsraten nach Stammzelltransplantation einhergehen.

Bislang wurden diese Merkmale nicht in die Spenderauswahl miteinbezogen. Bei einer Differenz war die Sterblichkeitsrate gegenüber Fällen ohne Unterschied jedoch erhöht.

„Daher raten wir, entsprechende Differenzen bei der Auswahl der Spenderinnen oder Spender zu vermeiden“, sagt Daniel Fürst.

Fazit: Erfolgsaussichten für Betroffene verbessern

Zwei Modelle zur Verträglichkeit, weitere relevante Gene bei der Auswahl von Spendern, neues Wissen über das Zusammenwirken von Genen und Antikörpern sowie eine bessere Abschätzbarkeit unerwünschter Immunreaktionen: All diese Erkenntnisse können dabei helfen, die Erfolgsaussichten einer Blutstammzellen-Transplantation zu verbessern und geben Betroffenen neue Hoffnung auf Heilung.

Transfusionsmedizin und Forschung mit starken Partnern

Der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen gehört zu den großen transfusionsmedizinischen Einrichtungen Deutschlands und hat Standorte in Baden-Baden, Mannheim, Ulm, Frankfurt und Kassel.

Darüber hinaus hat unser Blutspendedienst mit verschiedenen Uni-Kliniken eigene Zentren gegründet, an denen transfusionsmedizinische Forschung stattfindet:

  • mit dem Universitätsklinikum Ulm: Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Immungenetik Ulm
  • mit dem Universitätsklinikum Tübingen: Zentrum für Klinische Transfusionsmedizin Tübingen
  • mit dem Universitätsklinikum Heidelberg: Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Zelltherapie Heidelberg

Die Wilhelm Sander-Stiftung hat das Forschungsprojekt zur Blutstammzellentransplantation mit insgesamt knapp 163.000 Euro über 24 Monate unterstützt. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung.

 

Helft mit eurer Knochenmarkspende oder Stammzellspende!

Informationsgespräch Stammzellspende
Fragen zur Registrierung bei der Deutschen Stammzellspenderdatei? Unsere Mitarbeiter informieren gern!

Leukämiepatienten und deren Umfeld wieder Hoffnung zu geben, ist ein wesentlicher Antrieb der Deutschen Stammzellspenderdatei (DSSD). Sie ist eingebunden in die DRK-Blutspendedienste und setzt sich intensiv für die Blutstammzellspende und die Knochen­markspende ein. Bisher sind in der DSSD rund 88.000 Spenderinnen und Spender registiert, und über 1500 dieser Spender wurden bereits als Stammzellspender für Patienten aus dem In- und Ausland vermittelt. 

Neugierig? Weitere Informationen zur Stammzellspenderdatei findet ihr hier.

Ihr wollt helfen? Super!

Ihr könnt…
…euch registrieren und typisieren lassen. Wenn ihr die Voruassetzungen erfüllt, geht dies übrigens auch auf Blutspendeterminen im Rahmen der Blutspende. Bitte unser Personal vor dem Spendevorgang informieren!
…eine Typisierungsaktion veranstalten
…euer Umfeld mobilisieren
…einen Betrag spenden. Die Typisierung ist für euch kostenfrei, der Stammzellspenderdatei entstehen dafür jedoch Kosten von 40 €.
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Foto fürs Magazin Julia
Julia

Julia ist eigentlich immer unterwegs – Freunde treffen, reisen oder beim Technischen Hilfswerk – am liebsten mit dem Fahrrad. 
 

Referentin für CMS Marketing beim DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg Hessen